Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba

Die Millionenstadt wächst durch Bevölkerungsexplosion und Landflucht. Viele alleinstehende Mütter landen mit ihren Kindern auf der Straße und betteln.

Addis Abeba

Flucht & Hoffnungslosigkeit

Durch die Chancen- und Hoffnungslosigkeit in den abgelegenen Gebieten Äthiopiens entsteht das Phänomen der „Landflucht“: Menschen sparen mühsam ihr Geld für eine Busfahrt in die Hauptstadt Addis Abeba, in der Hoffnung, dort Möglichkeiten für Bildung und Arbeit zu finden. Tatsächlich aber erwartet sie dort das nackte Elend: Keine Wohnung, keine Nahrung, kein sauberes Wasser, kein Zugang zur Krankenversorgung, keine Chance, den Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen. So sitzen tausende Mütter, teils selbst noch halbe Kinder, teils schwer krank, vergewaltigt, verstoßen oder verwitwet, mit ihren Kleinkindern stillend und bettelnd auf den Straßen der chaotischen 8 Millionen-Stadt.

Sie bleiben mit ihren Kindern bettelnd auf der Straße, sind oft von Armutskrankheiten gezeichnet und sind schutzlos (auch sexueller) Gewalt ausgeliefert.

Hier setzt unsere Hilfe an

Frauen, die wir neu aufnehmen, finden wir aber meist in erbärmlichen Wohnsituationen mit katastrophalen hygienischen Zuständen und daraus resultierend schlechter Gesundheit. Wir helfen mit einem klaren Konzept:

Grundversorgung

Frauen und ihre Kinder bekommen als erstes Nahrung und Krankenversorgung und eine Dreimonatsmiete für eine bescheidene Wohnung. 
Mit unserer Unterstützung sind sie meist bald imstande, durch einfache Arbeiten ausreichend Geld für die Wohnungsmiete zu verdienen. So entscheiden sie früh über die Größe und Qualität ihrer Wohnung.

Schulbildung der Kinder

Wir übernehmen sämtliche Bildungskosten wie Schuluniformen, Schulgeld und Schulmaterialien. Um die Grundschule zu schaffen, bekommen sie Nachhilfeunterricht an den Wochenenden in ihren Schulen und in unserer „Kreativklasse“ mit Spielen und spielerischen Lernmaterialien. Hier geht es auch um Teamwork: Die größeren Kinder unterstützen die kleineren beim gemeinsamen Lernen.

Ausbildung der Frauen

Je nach Bildungsvoraussetzung vermitteln wir Frauen in Kurse zur Alphabetisierung, zum Grundschulabschluss bzw. zur Berufsausbildung nach Interesse. Sie erhalten Startkapital und Unterstützung bei bürokratischen Hürden für selbständige Tätigkeiten wie Kleinhandel, Hühnerzucht, Zubereitung und Verkauf von Injera, Collo, Gewürzen u.s.w. 

Das soziale Netz

Sehr oft sind diese Frauen von ihren Familien verstoßen oder haben durch die Flucht ihr soziales Netz verloren. Daher helfen wir ihnen, ein neues Sozialgefüge aufzubauen. So fördern wir den Zusammenhalt innerhalb der Gruppe mit regelmäßigen Treffen, bei denen Erfahrungen ausgetauscht und Ideen diskutiert werden. 

Erfolge

Viele Familien konnten wir wieder in die Selbständigkeit verabschieden. Zwei Beispiele:

Wossen

Wossen hat sich ihren Lebenstraum erfüllt – ihre eigene Hühnerfarm. Damit konnte sie bereits ihr Grundstück sowie ihr Haus erwerben und ihr Unternehmen absichern. Sie kann auch für die Schulbildung der Kinder und alle Lebenshaltungskosten selbst aufkommen. 
Wir sind sehr stolz auf sie. 

Danke an die Patin!

Fatiya

Fatiya hat mit ihren Kleinhandel mit Collo und anderen Waren so gut etabliert, dass sie in einen besseren Stadtteil umziehen konnte. Sie ist eine selbstbewusste Frau geworden, für die es selbstverständlich ist, dass sie nun für sich und ihre Tochter selbst sorgt. 
Wir sind sehr stolz auf sie. 

Danke an die Patin!